Wieder einmal tosender Applaus und „Standing-ovations“ für die Laienschauspielgruppe des FC 07 Heidelsheim bei ihren Theateraufführungen „Männer haben´s auch nicht leicht“ Anfang Januar 2017:

DNA – die hat jeder! Und doch ist es damit so ganz anders als in allen handelsüblichen Schulbüchern: „Durst nicht Arbeit“ heißt das. Und gründet in dem nur bei Männern festgestellten Bier-Gen. Nein, die Frauen haben es nicht. Und so sind die Männer schöpfungsgeschichtlich sozusagen genetisch bedingt zum Biertrinken verdammt. Naja, das macht ihnen nicht wirklich etwas aus. Aber es erklärt ganz einfach den Unterschied zwischen Mann und Frau. Keine Frage, zur allerbesten Kino-Zeit präsentierte das Amateurtheater des FC 07 Heidelsheim drei Abende voller Lebensweisheiten. Charmant verpackt und amüsant serviert. So macht Lernen fürs Leben zwischen Mann und Frau wirklich Spaß. Doch alles der Reihe nach……..

In ihrem 32. Theaterstück in Folge seit 1986 ohne Unterbrechung schauen die Heidelsheimer Mimen tief hinein in Männerherzen und stellen unisono fest: „Männer haben’s auch nicht leicht“. Geplagt von ihren Frauen oder Schwestern, die den ganzen Tag putzen und so jedes Zuhause vollkommen ungemütlich machen. Der Dreiakter von Regina Rösch entpuppt sich freilich als ein Stück, das auf einen Wechsel zwischen lauten und leisen Humor setzt. Das seine Lacher aus den einzelnen Charakteren schöpft, die die Amateurschauspieler fein herausgearbeitet haben. Da kommt es auf Mimik und Gestik an, die für Lacher sorgen.

Bertha (Petra Haugl) ist resolut und vom Putzwahn infiziert. Doch Gustav (Piero Pignone mit dem perfekten Charme eines italienischen Frauenverstehers) frisst sie zahm aus der Hand. Georg (Uwe Rommel) und Willi (Bernd Feßenbecker) setzen alles daran, ihren „eingestaubten“ Junggesellenfreund Rudolf (Jörg Feßenbecker) vor den Leiden der Ehe zu bewahren. Und der wehrt sich leibhaftig. Es ist für Jörg Feßenbecker mit weit über 200 Einsätzen die Paraderolle: Er läuft zu Höchstform auf, als er im überall pfetzenden Bärchenschlafanzug aufbegehrt gegen seine Schwester. Trotzig und naiv wie ein Kind steht er da. Und will doch nur seine langen Unterhosen, Bier und Fleischwurst zurück. Eine ganz souveräne Leistung – Chapeau.

Wie homogen die Gruppe ist, macht indes die Tatsache deutlich, dass sie erst im November mit den Proben begonnen hat. Petra Haugl, Andrea Niederelz, Nicole Diefenbacher, Evi Hartmann, Bernd Feßenbecker, Jörg Feßenbecker, Uwe Rommel, Piero Pignone, Christoph Höchsmann und – ganz neu und zum ersten Mal auf dem Heidelsheimer Parkett – Renée Kroiher sind ein eingespieltes Team mit Leidenschaft für die Menschen, in die sie auf der Bühne schlüpfen. Auch fühlen sie sich in dem detailreichen und von Wolfgang Kiefer und Martin Schmid bestens präparierten Bühnenbild sichtlich wohl. Einen nicht unerheblichen Beitrag am hervorragenden Gelingen tragen natürlich auch noch die „arbeitslose“ Souffleuse Inge Wohlfahrt sowie die beiden Damen an der Maske Tanja Weschenfelder-Feßenbecker und Melissa Rach bei. Daumen hoch auch für die beeindruckende Putzteufel-Vampir- Traumszene Anfang des 3. Aktes, die sich mit Schwarzlicht und Nebel in eine bislang nie dagewesen Show-Tanz- Einlage verwandelt. Choreographisch perfekt, träumerisch-verzaubernd – eine ganz neue Seite der Heidelsheimer Theatercrew. Leider viel zu schnell sind die drei Akte vorbei, in denen immer wieder Szenenapplaus die Akteure völlig zu Recht belohnt. Und Rudolf hat am Ende plötzlich ein schmetterlingshaftes Kribbeln im Magen, als Single-Restposten Irene eine Metzgerei geerbt hat: „Eine Frau mit Fleischwurst eben..…“.

Eine ganz besondere Ehre war es für die FCH-Theatergruppe, dass sich zum Jubiläumstheaterstück, dem 10. in Folge von Regina Rösch, eigens die Autorin mit ihrer Theatergruppe Böhmenstadel e.V. aus Triefenstein-Trennfeld nahe Wertheim am Dreikönigstag selbst unter das restlos begeisterte Theaterpublikum mischten und sich dabei bestens amüsierten. Vielleicht hat dies ja noch einmal den besonderen „Kick“ gegeben, denn in diesem Jahr legten die FC-Schauspieler nochmals eine ordentliche Schippe drauf. Sämtliche Darbietungen grenzten definitiv an Perfektion.

Zweites Gastspiel bei den Hako-Freunden in Weiher am Samstag, 28. Januar 2017, 20:00 Uhr:
Wer bei „Männer haben´s auch nicht leicht“; bisher aus welchen Gründen auch immer noch nicht dabei sein konnte, der ist selbst schuld, wenn er dies nicht am Samstag, 28.Januar 2017 nachholt, denn nach dem gelungenen Gastspiel und Auftritt im Vorjahr gibt es in der Mehrzweckhalle Weiher bei den Hako-Freunden eine Wiederholung des unvergesslichen Theaterspektakels „Männer haben´s auch nicht leicht“ mit der Heidelsheimer Theatergruppe. Startschuss ist um 20:00 Uhr, Saalöffnung eine Stunde vorher um 19:00 Uhr. Nähere Informationen zum Kartenvorverkauf erhalten Sie im Internet unter www.hakofreunde-weiher.de. Eintrittskarten zu 8,00 € gibt es aber auch weiterhin im Bonnfinanz-Büro Feßenbecker in Heidelsheim, Zähringerstraße 13, Telefon 07251/9572-0.

Schon jetzt darf man also voller Vorfreude darauf gespannt sein, was die FC-Laienschauspielgruppe in ihrer 33. Auflage in Folge Anfang 2018 so aus dem Hut zaubern wird, doch eines ist bereits heute garantiert. Das Theaterpublikum kann sich jetzt schon einmal anschnallen, denn es wird erneut Theaterkunst vom Allerfeinsten geboten, bei der mit Sicherheit einmal mehr kein Auge trocken bleiben wird. Sie tauchen also wieder ein in eine einzigartige Atmosphäre, die wohl mit nichts zu vergleichen ist.

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