Schneider-Elf vom Schiedsrichter um zwei Punkte betrogen! ATSV Mutschelbach – FC 07 Heidelsheim 1:1 (0:1)

Dank einer taktischen Meisterleistung von der ersten Minute an kam der schwer gebeutelte und stark ersatzgeschwächte FC 07 Heidelsheim beim ambitionierten ATSV Mutschelbach zu einem völlig verdienten 1:1 (0:1)-Unentschieden. Hätte vor der Partie jemand gesagt, die Kraichgauelf würde beim Tabellenzweiten einen Punkt ergattern, hätten die Gäste dies sicherlich blind unterschrieben. Im Nachhinein fühlte sich der Punktgewinn jedoch fast wie eine Niederlage an, da der Ausgleich erst sehr spät durch einen äußerst fragwürdigen und unberechtigten Foulelfmeter fiel. Heidelsheims Trainer Mirko Schneider musste kurzfristig verletzungs- und krankheitsbedingt gleich sechs Spieler ersetzen, so dass auf der Ersatzbank neben Nils Kaiser als absolutes Novum noch drei AH-Spieler Platz nahmen. Trotz des extrem ausgedünnten Kaders wollte der FCH etwas Zählbares aus Mutschelbach mit nach Hause nehmen. Aus einer kompakten Defensive sollten vorne vereinzelt Nadelstiche gesetzt werden und die Taktik sollte auch zunächst aufgehen, wenn auch ASV-Kapitän Benjamin Dauenhauer nach gerade einmal 100 Sekunden mit einem Freistoß nahe des Strafraumecks nur den Außenpfosten traf. Gästetorhüter Murat Zeyrek kam nach einem weiten Diagonalball um den Bruchteil einer Sekunde gegen Torjäger Marco Heidecker zu spät und war dadurch schon früh verwarnt. In der Folgezeit schaffte es Heidelsheim aber weitestgehend, das schnelle und flüssige Kombinationsspiel des Titelaspiranten zu unterbinden, den Gegner vom Tor fernzuhalten und selbst etwas für die Offensive zu tun. Ein Seitfallzieher von Erich Strobel (22.) nach Kopfballvorlage von Dirk Maier verfehlte jedoch knapp das Ziel. Auf der gegenüberliegenden Seite war Zeyrek nach einem wuchtigen Distanzschuss von Simon Markovic auf dem Posten (25.). Die diszipliniert auftretenden Gäste warteten weiterhin auf ihre Chance und wurden nach 34 Minuten belohnt. Vasilios Rosilovalis trat mit viel Effet einen Freistoß fast von der Torauslinie nach innen, ATSV-Torhüter Denis Baral kam etwas zu zögerlich aus seinem Kasten, so dass Dirk Maier auf der 5m-Linie hochsteigen und mit dem Kopf die 1:0 Führung besorgen konnte.

Der langjährige Heidelsheimer Spieler und jetzige Mutschelbacher Spielertrainer Georg Erceg stellte mit Beginn des 2. Durchgangs auf ein 4-4-2 System um und beförderte Rechtsverteidiger und Kapitän Dauenhauer fortan zusammen mit Heidecker in den Angriff. Die Einheimischen erhöhten nun den Druck und nach 49 Minuten rettete Zeyrek mit einer Glanztat gegen Heidecker, nachdem der auffällige Markovic mustergültig durchgesteckt hatte. Der Versuch des eingewechselten Ken Hoffmann (55.) landete auf dem Tornetz und ein Schuss von Jonas Konstandin entschärfte Zeyrek (58.) mit einer Faust. Erst nach knapp einer Stunde fingen sich die Gäste wieder etwas und konnten vereinzelt für etwas Entlastung sorgen. Allerdings schaffte es Heidelsheim nicht, den einen oder anderen Konter konsequent zu Ende zu spielen, da meist viel zu spät der Abschluss gesucht wurde. Daher blieb auch Nico Seene´s Flatterball aus gut und gerne 35 Metern, der nur knapp am Tordreieck vorbeirauschte, die einzige nennenswerte Gästetorchance im 2. Spielabschnitt. Die Gastgeber zogen in der Schlussphase ein wahres Powerplay auf, kamen immer wieder gefährlich die rechte Seite und es gab einen Eckball nach dem anderen. Doch spätestens nachdem Erceg (82.) aus fünf Metern über das Tor köpfte und Heidecker drei Minuten später aus zwei Metern völlig freistehend die Kugel nicht traf, war klar, dass Mutschelbach an diesem Tag aus dem Spiel heraus kein Treffer gelingen würde. Also dachte sich der bis dahin umsichtig leitende Schiedsrichter Michael Schild aus dem benachbarten Pforzheim, er müsse mal etwas nachhelfen und zeigte zwei Minuten vor Spielende irrtümlicherweise auf den ominösen Punkt. Zutavern spielte im Strafraum gegen Felix Wildenhayn ganz eindeutig den Ball, der bei diesem Zweikampf trotzdem zu Fall kam. Schild schaute hinaus an die Auslinie zu seinen Assistenten Philipp Tronser, der nichts anzeigte und dennoch entschied Schild nach langem Zögern auf Elfmeter. Dauenhauer ließ sich dieses Geschenk natürlich nicht entgehen und verwandelte kurz vor Spielende sicher zum zwar glücklichen, jedoch verdienten 1:1 Entstand. Sportsmann Wildenhayn gab nach der Begegnung selbst zu, dass es kein Strafstoß war; so etwas nennt man Fairplay. Den Heidelsheimern nutzte diese tolle Geste aber nichts mehr, denn sie fühlten sich leider wie schon einmal betrogen.

Mannschaftsaufstellung ATSV Mutschelbach:

Baral, Novak (39. Hoffmann), Helfrich, Erceg, Markovic, Konstandin, Heidecker, Di Sazio (59. Wildenhayn), Rayling, Cakan, Dauenhauer

Mannschaftsaufstellung FC 07 Heidelsheim:

Zeyrek, Wolf, M. Zutavern, N. Seene, Strobel, Rosilovalis, Maier, Zesinger, Löchner (78. Dres), Jonhoff (70. Kaiser), Barth

Torfolge: 0:1 Dirk Maier (34.), 1:1 Benjamin Dauenhauer (88., Foulelfmeter)

Schiedsrichter: Michael Schild aus Pforzheim mit seinen beiden Assistenten Dieter Hammer und Philipp Tronser

Zuschauer: 125

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