Es war ein „wunnerscheena“ Junggesellenabschied!

„Mucke, Fliege, Bremse, bloß koi Fraa aus Helmse.“ So sehr sich die Mutter Paula eine Tochter für Sohnemann Dieter wünscht, aus Helmsheim soll sie dann auch wieder nicht sein. Da sind sich die Heidelsheimer einig. Keine Frage, die Theatergruppe des FC 07 Heidelsheim hat ihr jüngstes Stück mit vielen kleinen liebevollen Sticheleien gegen den Nachbarstadtteil gespickt. Und am Ende…

„Der Junggesellenabschied“ ist der zwölfte Dreiakter von Regina Rösch, den die Heidelsheimer auf ihre Bühne bringen. Und es ist für die Autorin und ihre Theatergruppe aus Franken längst Tradition geworden, live dabei zu sein, wenn die „Badischen Freunde“ mit ihrem Stück die Lachmuskeln des Publikums zu Höchstleistungen animieren. Schließlich geht es im Haus Fritz (Jörg Feßenbecker zum 25. Mal) und Paula Metzger (Petra Haugl) überaus turbulent zu, als Sohn Dieter (Bühnendebütant Julian Dehn) urplötzlich eine Braut aus dem Hut zaubert. Ist Tamara (Renée Kroiher) doch aus wohlhabendem Haus mit Jet-Set-Eltern in bester Geißen-Manier (Nicole Diefenbacher zum 20. Mal und Piero Pignone). Selbst Postlerin Anneliese (Andrea Niederelz) und die Nachbarn Alfons (Bernd Feßenbecker) und Betty (Evi Hartmann) sind völlig aus dem Häuschen. Als freilich die Herren als sieben Zwerge und Schneewittchen zum Junggesellenabschied auf Tour gehen, nimmt das Hausfrauenpower-Zicken-Chaos seinen Lauf…

Das Stück lebt von den kleinen Nickligkeiten zwischen den Geschlechtern.  Beispielsweise von der unmissverständlichen Tatsache, dass Männer nicht wissen, über welche Geschenke sich ihre Frauen wirklich freuen. Selbst wenn sie einen Tipp bekommen: Mit Wasser und Wellen habe es zu tun, verrät Paula ihren Wunsch. Grübel, Grübel – dann weiß Fritz Bescheid: eine Regentonne für die holde Hobbygärtnerin. Modell Volterra, „der Porsche unter den Regentonnen“. Männer und Frauen, das beweisen die Heidelsheimer Theateramateure in ihrer 34. Auflage in Folge auf charmanteste Art und Weise, sprechen einfach nicht dieselbe Sprache.

Da sind Lacher ohne Ende programmiert. Doch nicht nur des turbulenten Stücks wegen. Vielmehr verstehen es die Schauspieler mal wieder, mit Leib und Seele in ihre Rollen zu schlüpfen und ihren Figuren Leben zu geben. Brillante Mimik, alltagsechte Gestik ohne Übertreibungen und absolute Textsicherheit zeichnen die FC’ler aus; Souffleuse Inge Wohlfahrt war jedenfalls an allen drei Tagen mal wieder arbeitslos. Jede und jeder formt aus seiner Rolle einen Charakter mit Ecken und Kanten. Grandios die Leistung von Nicole Diefenbacher als verwöhnt-versnobte Jet-Set-Lady mit astreinem Hochdeutsch und herrlich arrogantem Blick. Tanja Weschenfelder und Hansi Höchsmann haben in der Maske ebenfalls tolle Arbeit geleistet und die Akteure in biedere Hausfrauen und vom Leben gezeichnete Mannsbilder verwandelt.

Was wäre das FC-Theater aber ohne die eine oder andere Lebensweisheit, die die Zuschauer nach drei Stunden guter Laune mit nach Hause nehmen? Dass Männer nicht in die Hölle kommen, sondern heiraten. Dass man Unkraut erst in ergonomischer Höhe beseitigen sollte. Dass „Grumbiere“ in „Heidelsa“ veredelte Kartoffeln sind. Dass wo kein Schnee liegt, auch gerannt werden kann. Und: Dass es am Ende in Helmsheim doch die attraktivste Braut gibt…

Ein großes Dankeschön geht neben den Schauspielern an Matthias Barth, Andreas Zesinger und Jannik März, die sich mit einer Tanzeinlage spontan dazu bereit erklärten, beim Jungellenabschied mit dabei zu sein sowie an Martin Schmid, der der Theatergruppe wieder einmal bei der Gestaltung des Bühnenbildes und der Kulisse sehr behilflich war.

Viertes Gastspiel bei den Hako-Freunden in Weiher am Samstag, 26. Januar 2019, 19:00 Uhr:

Wer bei den Aufführungen „Junggesellenabschied“ der FC 07-Theatergruppe in der Heidelsheimer TV-Halle bisher aus welchen Gründen auch immer noch nicht dabei sein konnte, der ist selbst schuld und hat sicherlich etwas verpasst. Doch auch in diesem Jahr gibt es die Möglichkeit, sich diesen „Theaterwahnsinn“ noch einmal live anzuschauen und zwar am Samstag, 26 .Januar 2019, 19:00 Uhr (Saalöffnung 18:00 Uhr) bei den Hako-Freunden in der Mehrzweckhalle Weiher (Schulstraße 1). Nähere Informationen zum Kartenvorverkauf erhalten Sie im Internet unter www.hakofreunde-weiher.de. Eintrittskarten hierfür gibt es weiterhin aber auch im Bonnfinanz-Büro Feßenbecker in Bruchsal-Heidelsheim, Zähringerstraße 13, Telefon 07251/9572-0.

Schon jetzt darf man also voller Vorfreude darauf gespannt sein, was die FC-Laienschauspielgruppe in ihrer dann 35. Auflage ohne Unterbrechung Anfang 2020 im Bruchsaler Stadtteil wieder neues aus dem Hut zaubern wird, doch eines sei bereits heute garantiert: Das Theaterpublikum kann sich schon jetzt auf ein weiteres absolutes Highlight freuen. Tauchen Sie also einfach wieder ein in eine einzigartige und atemberaubende Atmosphäre, die mit wirklich nichts zu vergleichen ist.

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