1. Saisonniederlage im Spitzenspiel! ATSV Mutschelbach – FC 07 Heidelsheim 4:2 (1:2):

Die bisher blütenweiße Weste des FC 07 Heidelsheim mit acht Siegen in Folge zum Saisonstart hat einen ersten Fleck bekommen, denn ausgerechnet im Spitzenspiel beim Tabellenzweiten und härtesten Verfolger ATSV Mutschelbach musste sich die Erceg-Truppe letztendlich verdient mit 2:4 (2:1) geschlagen geben, bleibt dank einer bereits mehr ausgetragenen Partie jedoch weiterhin Tabellenführer. Dabei sah es für die Gäste, die außer den Langzeitverletzten auch auf Stammtorhüter Murat Zeyrek (Flitterwochen) sowie Daniel Schiek (Handbruch im Training, womit für ihn die Vorrunde wohl leider beendet sein dürfte) bis zum Halbzeitpfiff noch ganz gut aus, denn bis dahin hatte Heidelsheim eigentlich alles soweit im Griff und führte völlig verdient mit 2:1. Bei nasskaltem Wetter und Dauerregen hatte Mehmet Bozkurt auf dem ungeliebten Kunstrasen, der glatt und rutschig war, bereits nach 40 Sekunden die erste gute Möglichkeit, als sich Benedikt Pfisterer nach einem weiten Ball von Manuel Zutavern verschätzte. Bozkurt war jedoch sichtlich überrascht und kam um eine Fußlänge zu spät. Besser machten es die Einheimischen mit ihrer ersten Chance in Form von Top- Torjäger Erich Strobel, in den beiden zurückliegenden Spielzeiten noch für den FCH auf Torejagd, der in der 9. Minute nach einem Ball in die Schnittstelle der Abwehrkette von Kapitän Benjamin Dauenhauer nicht lange fackelte und mit seinem 8. Saisontreffer von der Strafraumgrenze aus unhaltbar ins lange Eck zur 1:0 Führung traf. Heidelsheim war also erstmals in dieser Saison in Rückstand, doch die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. Es war genau eine Viertelstunde gespielt, als Zutavern einen Bozkurt-Freistoß von der Mittellinie mit vollem Risiko auf das Tor brachte und Dauenhauer lenkte die Kugel unglücklich zum 1:1 Ausgleich ins eigene Tor. Und es sollte noch besser kommen, denn schon vier Minuten später war die Partie mit einem tollen Flatterball aus über 20 Metern von Lukas Durst mit dem 1:2 vorübergehend gedreht. Heidelsheim spielte auch in der Folgezeit weiterhin taktisch diszipliniert und engagiert und schaffte es, Mutschelbach mit harten aber fairen Mitteln weitestgehend vom eigenen Tor fernzuhalten. Einzige Ausnahmen waren zwei weitere gute Möglichkeiten durch Strobel (31.) sowie Tobias Stoll (41.), die Heidelsheims Ersatztorhüter Markus Baader jedoch glänzend zunichtemachte und seiner Mannschaft somit die knappe Pausenführung rettete. In der 28. Minute gab es ein Gerangel nahe der Auslinie zwischen Heidelsheims Andre Walica und Mutschelbachs Benedikt Pfisterer und für Pfisterer hätte es nach einer Tätlichkeit mit ausgefahrenem Ellenbogen eigentlich rot geben müssen, doch der alles andere als souveräne Schiedsrichter Referee ließ gerade noch einmal Gnade vor Recht ergehen und zeigte für beide Gelb.

Wer weiß, wie die Begegnung gelaufen wäre, wenn Ricardo Martines (49.) eine Bozkurt-Ecke vom kurzen Fünfmetereck im Tor untergebracht hätte; so aber berührte sein Kopfball nur die Oberkante des Querbalkens. Denn fortan wurde Mutschelbach im Spiel nach vorne immer stärker, da der FCH in dieser gutklassigen und interessanten Partie von nun nicht mehr konzentriert und clever genug gegen den Ball arbeitete, weshalb die Gastgeber vor allem im Mittelfeld ein deutliches Übergewicht besaßen. Bereits nach 55 Minuten fiel der Ausgleich, als Kai Kunzmann nach einem schnell ausgeführten Freistoß von Stoll alle seine Freiheiten über rechts nutzen konnte und mit einem Flachschuss ins lange Eck zum 2:2 traf. Ein von Durst noch leicht abgefälschter Freistoß fast von der Torauslinie von Dauenhauer (67.), der seinen Lapsus aus Hälfte eins somit wieder ausbügeln konnte, brachte den ATSV schließlich auf die Siegerstraße und der kleinste auf dem Platz, Simon Markovic, machte zwölf Minuten vor Spielende nach einer Dauenhauer-Ecke per Kopf endgültig den Deckel drauf, als drei Heidelsheimer lediglich Geleitschutz gaben und nur zuschauten. Fast hätte der kurz zuvor eingewechselte Jonas Konstandin in der Nachspielzeit noch den 5. Treffer erzielt, dieser wäre dann aber doch wirklich des guten zu viel gewesen.

Unterm Strich geht der Gastgebererfolg vollauf in Ordnung, da Heidelsheim spätestens nach dem 2:2 nicht mehr zulegen und im Spiel nach vorne kaum mehr Entlastung bringen konnte. Doch die Niederlage ist sicherlich kein Beinbruch, denn man traf auf eine bärenstarke Truppe, die vor allem in der 2. Halbzeit mit einer beeindruckenden Ballsicherheit zu überzeugen wusste. Der ATSV wird in dieser Spielzeit wohl nur sehr schwer zu besiegen sein. Enttäuschend war in diesem Spitzenspiel eigentlich nur die Zuschauerzahl, was vielleicht aber auch am schlechten Wetter lag. Und zum Schluss soll noch ein kleiner Seitenhieb auf Schiedsrichter Haris Kresser aus Lobbach erlaubt sein, der zwar nicht der Hauptschuldige an der Heidelsheimer Niederlage war, jedoch durch teilweise unverständliche und nicht ganz nachvollziehbare Entscheidungen den Ausgang des Spiels deutlich beeinflusst hat. Irgendwie fehlte bei ihm eine klare Linie.

 

Mannschaftsaufstellung ATSV Mutschelbach:
Salscheider, Helfrich (46. Cillidag), Henk, Markovic, Strobel (90. + 1 Sauter), Stoll (80. Konstandin), Kunzmann (85. Wildenhayn), Hohmeister, Holzmann, Dauenhauer, Pfisterer

Mannschaftsaufstellung FC 07 Heidelsheim:
Baader, Bortnikov, Wolf, Zutavern (75. Rosilovalis), Dollinger, Karamanli (85. Yurdakul), Martines, Durst (89. Kurucu), Walica, Barth, Bozkurt

Torfolge: 1:0 Erich Strobel (9.), 1:1 Benjamin Dauenhauer (15., Eigentor), 1:2 Lukas Durst (19.), 2:2 Kai Kunzmann (55.), 3:2 Benjamin Dauenhauer (67.), 4:2 Simon Markovic (78.)

Schiedsrichter: Haris Kresser aus Lobbach mit seinen beiden Assistenten Patrick Laier und Samet Kaya

Zuschauer: 250

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